Morgen eröffnet die Biennale in Venedig

Die Serenissima ist bereit für den großen Sturm und bevor das Spektakel morgen richtig beginnt, haben wir bereits die Gelegenheit genutzt, um einen Blick auf die Kunst der Biennale in Venedig zu werfen.

136 Künstlerinnen und Künstler haben die letzten Monate genutzt, um die Pavillons mit ihren Installationen füllen und der Gang durch die Ausstellung bringt Herz und Hirn so richtig in Schwung. Mit allen Sinnen erleben, auch unter Einsatz von akustischen Elementen, scheint das Motto der Kunstausstellung, aber auch hier finden immer häufiger Apps und interaktive Elemente ihren Weg in die Installationen und erweitern somit die Wahrnehmung.

Wir möchten hier kurz die Top 3 unserer Favoriten vorstellen, die Sie auf keinen Fall verpassen sollten.

Ägypten

Die schlichten grünen Kaskaden mit Kunstrasen bezogen, erwachen erst durch eine spezielle Augmented Reality Applikation zum Leben. Durch das Smartphone tummeln sich Bienen, Hasen oder auch Spinnen auf dem Rasen, die man auf die Hand nehmen, sich vermehren lassen oder mit Feuer zerstören kann. Ein kleines bisschen virtuelle Macht über Leben und Tod, mit der Möglichkeit ein harmonisches Idyll zu schaffen. Die Entscheidung, wie sich das Stück grüne Wiese entwickelt, überlässt das Trio Fattah, Elkheshen und Dawoud dem Besucher.

Japan

Im Zentrum des Pavillons liegen zwei Boote, gestrandet auf dem Trockenen. Über ihnen entspinnt sich ein rotes Netz, in das hunderte Schlüssel in allen Größen und Formen geknüpft wurden. Jeder dieser Schlüssel stammt aus privatem Besitz und birgt seine eigene Geschichte. Ein absolut beeindruckendes Bild, dass die Künstlerin Chiharu Shiota mit ihrer Installation "The Key in the Hand" da erschaffen hat und das einen noch lange beschäftigt. Welchen Schlüssel besitze ich und wo führt die Türe hin, die sich damit öffnet? Ein spannendes Gedankenspiel.

Korea

Die futuristische Multi-Channel-Installation hat etwas befremdliches, dennoch ist man nicht in der Lage, seinen Blick abzuwenden und einfach unbeteiligt weiterzugehen. Auf einer raumfüllenden Projektion beobachtet man eine androgyne Person in silberner Raumfahrer-Mode, wie sie völlig alleine verschiedenen Tätigkeiten nachgeht. Die Stille und die fast maschinellen Bewegungen der Protagonistin sind so beklemmend wie faszinierend. "The Way of Folding Space & Flying" bringt die Besucher dazu, selbst still dazusitzen und die Projektion zu bestaunen.

Abschließend kann man sagen, die Biennale ist nicht nur für Kenner und Kunstliebhaber geeignet, sondern für jeden, der Lust hat, seine Gedanken mal wieder in andere Richtungen zu lenken und ihnen ein bisschen Auslauf gönnen möchte. Wer aber mit moderner Kunst nun wirklich gar nichts anfangen kann, dem bleiben immer noch die zahlreichen Paradiesvögel, die in coolen Klamotten und schrägen Outfits über das Gelände schlendern.

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